Führungstipp: Wirkungsvolles Feedback

Sie wissen, dass Feedback ein wichtiges Führungsinstrument ist. Vielleicht machen Sie jedoch manchmal die Erfahrung, dass Ihre Mitarbeiter Kritik persönlich nehmen und dadurch eher demotiviert werden. Vermutlich verunsichert Sie das, und Sie halten sich dann künftig mit Ihrer Kritik zurück ...

Wie gebe ich als Führungskraft konstruktives und wirkungsvolles Feedback?

Feedback ist in der Tat eines der wirkungsvollsten Instrumente für Führung und Personalentwicklung. Gelungenes Feedback trägt zur Motivation und Weiterentwicklung von Menschen maßgeblich bei. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, einige wichtige Regeln im Umgang mit Feedback zu beachten. Sonst kann tatsächlich das Gegenteil passieren: Ihre Kollegen oder Mitarbeiter fühlen sich nicht wertgeschätzt, vielleicht sogar beleidigt und sind dadurch verständlicherweise weniger motiviert, in extremen Fällen vielleicht sogar geängstigt und gehemmt. Sie können als Feedback-Geber natürlich nie zu 100% beeinflussen, dass Ihre Rückmeldung genau so ankommt, wie Sie das beabsichtigen, aber Sie können einiges dafür tun, z.B.

  1. Überprüfen Sie Ihre Haltung. Feedback sollte immer aus einer Haltung von Wertschätzung gegeben und als Hilfestellung gedacht sein. Geben Sie nie Feedback, wenn Sie selbst wütend oder verärgert sind. Lassen Sie zuerst Ihre Emotionen etwas verrauchen, dann gelingt es Ihnen besser, konstruktive Worte zu finden.
  2. Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt. Geben Sie Feedback möglichst zeitnah, so sind Ihre Eindrücke noch frisch und Ihr Mitarbeiter kann sich auch noch an den von Ihnen beschriebenen Vorfall erinnern. Geben Sie v.a. kritisches Feedback immer persönlich und unter vier Augen.
  3. Trennen Sie Beobachtung und Konsequenzen. Beschreiben Sie zunächst neutral, was sich zugetragen hat bzw. was Sie beobachtet haben. Erklären Sie dann, welche Wirkung oder Konsequenzen das jeweilige Verhalten hatte (auf Sie, auf das Team, auf die Aufgabe etc.)
  4. Beschreiben Sie Ihr persönliches Erleben. Scheuen Sie sich nicht, Ihrem Mitarbeiter auch zu sagen, was sein Verhalten in Ihnen ausgelöst hat: Waren Sie wütend? Haben Sie sich gefreut? Waren Sie stolz? Durch das Mitteilen Ihres Erlebens wird ein Feedback persönlich, lebendig und gewinnt an Wirkung.
  5. Äußern Sie einen Wunsch. Beenden Sie Ihr Feedback mit einem konstruktiven Vorschlag, wie die Angelegenheit in Zukunft laufen könnte. So geben Sie Ihrem Mitarbeiter Impulse, wie er sich verbessern und Sie zufrieden stellen kann.
  6. Geben Sie auch positives Feedback! Feedback wird häufig nur dann gegeben, wenn etwas schief gelaufen ist. Gewöhnen Sie sich an, Ihre Mitarbeiter für gute Leistungen zu loben. Anerkennung ist ein starker Motor für Motivation und Zufriedenheit. Vermeiden Sie jedoch platte Attitüden, sie sind meist schlimmer als keine Anerkennung.
  7. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter auch untereinander Feedback geben. Voraussetzung dafür ist, dass Sie Ihren Mitarbeitern auch beibringen, wie man konstruktives Feedback gibt und worauf der Feedback-Empfänger zu achten hat: erstmal nur zuzuhören, sich nicht gleich zu verteidigen, die Rückmeldung zu überdenken und dann erst zu entscheiden, was er damit macht.

christa.beyrer

Dipl.-Psychologin (Univ.), HP (Psych.)
Coaching und Therapie für Persönlichkeit & Gesundheit

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