Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Der systemische Ansatz geht auf die Systemtheorie (L. von Bertalanffy) zurück und entwickelte sich im psychotherapeutischen Kontext in den 70er und 80er Jahren. Daran waren mehrere Schulen und Personen (V. Satir, G. Schmid, M. V. von Kibéd u.a.) beteiligt.

Das Grundprinzip des systemischen Ansatzes besagt, dass ein Mensch nicht unabhängig von dem System betrachtet werden kann, in dem er lebt. Systeme können in diesem Zusammenhang beispielsweise die Familie oder die Firma sein. Dabei kann der Mensch sowohl aus diesem System heraus seine Fähigkeiten und Stärken aber auch Verhaltensstörungen entwickeln. Deshalb werden Störungen oder Auffälligkeiten nie einer Person sondern immer dem ganzen System zugeschrieben, die Person wird lediglich als „Symptomträger“ gesehen.

Diese Perspektive ist insofern oft sehr hilfreich, weil dadurch keine Beschuldigungen oder Wertungen vorgenommen werden, sondern auffälliges Verhalten als eine verstehbare Reaktion auf Probleme betrachtet wird. Dadurch entsteht Freiraum für Lernen und Veränderung, sowohl für den Einzelnen als auch das System.